„Nada para nos sem nos“

Job Shadowing zum Thema Inklusion – Besuch in Portugal

Vom 19. bis 24. November 2018 fand im Rahmen des Erasmusprogrammes Leitaktion KA 1 der Besuch von den Kolleginnen Frau Kula und Frau Sliwinski in Portugal, Braga, der Partnerschule Agrupomento de Escolas da Póvoa de Lanhoso statt, nachdem portugiesische Lehrkräfte im Mai diesen Jahres in Köln zu Besuch waren.
Fünf Tage konnte unter inklusiven Fragestellungen die schulische und berufliche Bildung von Schüler*innen mit Unterstützungsbedarf in Portugal kennengelernt und sich ausgetauscht werden.
Ein vielschichtiges und spannendes

 

Programm wurde von den portugiesischen Lehrer*innen Ana Malheiro, Isabel Rodrigues, Rosa Carvalho und der EU-Koordinatorin Teresa Lacerda angeboten.

An Tag 1 fand neben einer geschichtsträchtigen Stadtführung ein Willkommensdinner mit dem Schulleiter José Ramos Magalhaes, der EU-Korrdinatorin Teresa Lacerda und teilnehmenden Lehrer*innen statt.
Der darauffolgende

Tag 2 bot Gelegenheit die Agrupomento de Escolas da Póvoa de Lanhoso, bestehend aus einer Grund- und Sekundarschule, zu besuchen. Hier wurden in der Primarstufe inklusive Lernmethoden mit neuen Medien gezeigt: In den Future classes können Grundschüler mit und ohne Unterstützungsbedarf auf unterschiedlichen Lernniveaus individuell an Tablets lernen. Anschließend fand ein Workshadowing an der Sekundarschule statt: Im Kurs ICT konnten sich 14-16 jährige Jugendliche im Zuge eines Medienprojekts im Kompetenzbereich Berufsorientierung erproben.
Ein Besuch im Cercifaf folgte an Tag 3. Das Cercifaf, CAO - Centro de Atividades Ocupacional, ist ein Zentrum, in dem junge Erwachsene mit geistigen Beeinträchtigen auf den Beruf vorbereitet werden. In werkstattähnlichen Arbeiten werden lebenspraktische Fertigkeiten gefördert. Hierzu gehört der Training von hauswirtschaftlichen, handwerklichen oder organisatorischen Tätigkeiten, um eine größtmögliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Ziel ist es, möglichst viele Beschäftige in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Mit einer 78%igen Erfolgsquote gehört Cercifaf zu den Erfolgreichsten dieser Art.
An Tag 4 wurde das Casa da Villa, CAO - Centro de Atividades Ocupacional, besucht. Das Casa da Villa ist eine weitere außerschulische Institution, welche berufsvorbereitende Maßnahmen für geistig beeinträchtigte Schüler*innen und junge Erwachsene anbietet. Mit der Philosophie „Nada para nós sem nós“ - „Nichts für uns ohne uns“ stehen die Förderung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung im Fokus. Durch die Abwicklung von kleineren Produktionsaufträgen und das Erbringen von Dienstleistungen können Lohnbeträge erzielt werden, von denen Ausflüge, Urlaube oder Freizeitaktivitäten für die Beschäftigten bezahlt werden.
Der letzte Tag, Tag 5, beinhaltete Besuche in der Grundschule Escola Básica de Lagoa und Sekundarschule Júlio Brandao. In beiden Schulformen ist eine inklusive Beschulung möglich. V.a. In der Primarstufe sind Schüler*innen mit Unterstützungsbedarf im Gemeinsamen Lernen inkludiert und so können auch regelbeschulte Kinder zeitweise in Gebärdensprache unterrichtet werden.

Zum Abschluss des Lehreraustausches fand ein offizielles Abendessen mit allen Beteiligten statt. Hier wurden Beobachtungen und Gedanken zur Umsetzung gelingender Inklusion in der beruflichen Bildung geteilt und diskutiert. Auch wenn der Weg zu einer inklusiven Bildung eine Herausforderung darstellt, ist es wichtig Rahmenbedingungen zu schaffen, damit alle Lernenden die gleichen Voraussetzungen haben. Ziel von Inklusion ist, dass alle Menschen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Wir danken den portugiesischen Kolleg*innen für die erlebnisreiche und interessante Austauschwoche!

Damla Kula
Eva-Maria Sliwinski